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STA02_Netzentwicklungsplan
STA02_Netzentwicklungsplan

Übertragungsnetzbetreiber legen überarbeiteten Netzentwicklungsplan vor

Ausbaubedarf noch größer und teurer als bislang berechnet

Am Montag, 15. April, haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber den zweiten Entwurf für den Netzenwicklungsplan 2030 (Stand 2019) vorgelegt und an die Bundesnetzagentur übergeben.

Der Ausbau des Höchst- und Hochspannungsnetzes wird danach noch teurer als bislang erwartet und erfordert zwischen 1.600 und 1.700 Kilometer zusätzliche neue Übertragungsleitungen. Demnach steigen die Kosten schon im mittleren der drei Planungsszenarien (sogenanntes Szenario B 2030) im Vergleich zum ersten Entwurf von 52 Milliarden Euro auf 61 Milliarden Euro. 

Im Szenario C mit dem geringsten Anteil von Strom aus Kohle und Gas, das damit auch den Empfehlungen der Strukturwandelkommission zum Kohleausstieg am nächsten kommt, liegen sie sogar bei 62,5 Milliarden Euro. Hier müssen auch die meisten Leitungen – über die schon im Bundesbedarfsplan und im Energieleitungsausbaugesetz vorgesehenen Maßnahmen hinaus – neu gebaut werden, nämlich 1700 Kilometer. Zusätzlich sind 3 250 Kilometer an Netzverstärkungen auf Bestandstrassen nötig. Insgesamt beläuft sich im Szenario C der Netzausbau- und –verstärkungsbedarf bis 2030 auf 12.090 km. Alle bisherigen Netzausbau-Maßnahmen werden – wie auch in den anderen Szenarien – bestätigt. Darüber hinaus werden in allen Szenarien neben den drei bereits geplanten zwei weitere Gleichstrom-Verbindungen von Nord- nach Süddeutschland – u.a. durch Westfalen – mit einer Leistung von 4 Gigawatt (GW) als notwendig identifiziert (Gesamtlänge 1160 km). 

Was ist der Grund für den hohen Ausbaubedarf?

Dieser hohe Netzausbaubedarf hat vor allem einen Grund: Das Ziel des Koalitionsvertrages 2017 von 65% Erneuerbare Energien bis 2030. Denn trotz verstärkten Einsatzes innovativer Techniken wie Batteriespeichern und Power-to-X  sowie aller Werkzeuge zur Minimierung der notwendigen Netzdimensionierung treibt der Ausbau der erneuerbaren Energien den Netzausbaubedarf. Und das ohne einen Ausbau für die „letzte Kilowattstunde“ und bei einem wachsenden innerdeutschen Gefälle bei der Stromerzeugung mit einem Erzeugungsüberschuss im Norden und Osten und einem Erzeugungsdefizit im Westen und Süden. Zwischen etwa einem Viertel und der Hälfte der jährlichen Stromnachfrage müssen in den west- und süddeutschen Bundesländern aus in- und ausländischen Importen gedeckt werden. Gleichzeitig führen zahlreiche Stunden mit einem Überschuss an erneuerbarer Stromerzeugung zu einem deutlichen Nettoexport Deutschlands. In der Marktmodellierung werden dabei deutlich sinkende Volllaststunden für die Braunkohle unterstellt.

Wie steht es mit der Versorgungssicherheit?

Ein Manko des Netzentwicklungsplans ist die fehlende Bewertung der Versorgungssicherheit: Im Szenario C steht einer Residuallast von 80GW zwar eine gesicherte Leistung von 80,7 GW gegenüber – zusammengesetzt aus 69,1 GW konventioneller Kraftwerksleistung, 6,0 GW Biomasse und 5,6 GW Wasserkraft. Dabei werden aber Nichtverfügbarkeiten z.B. aufgrund von Revisionen oder Wasserstand nicht berücksichtigt . Damit Versorgungssicherheit gewährleistet wird, müssen Lastmanagement – im Netzentwicklungsplan werden 6 GW angenommen – und Stromimporte aus dem Ausland einiges auffangen.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben in den zweiten Entwurf Rückmeldungen aus einem Konsultationsverfahren zum ersten Entwurf einfließen lassen. Zwischen dem 4. Februar und dem 4. März gingen insgesamt 906 Stellungnahmen ein. Jetzt muss die Bundesnetzagentur den Entwurf prüfen, noch einmal konsultieren und danach abschließend bestätigen. Der so seitens der BNetzA bestätigte Netzentwicklungsplan wird dann in diesem Jahr auch wieder als Entwurf des Bundesbedarfsplans dienen. Die Bundesregierung ist verpflichtet, mindestens alle vier Jahre einen solchen Entwurf dem Bundesgesetzgeber zur Abstimmung vorzulegen. Zuletzt erfolgte dies 2015.