Heizkraftwerk Dortmund

Heizkraftwerk

Daten, Zahlen, Fakten

Lage des Kraftwerks Dortmund, NRW
Kraftwerkstyp Heizkraftwerk
Blockleistung (netto) 26,5 MWel
Fernwärmeleistung 170 MWth
Brennstoff Erdgas
Rauchgasreinigung Durch primärseitige Maßnahmen bleiben die Rauchgasemissionen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte

Stromproduktion seit 1897

Das Kraftwerk erzeugte erstmals 1897 Strom mit einer maximalen Leistung von zwei Megawatt. Eine grundlegende Erneuerung erfuhr der Standort in den Jahren 1935 bis 1938 mit einem Ausbau auf 55 Megawatt elektrischer Leistung. Im Jahr 1950 wurde der erste Fernwärmekunde mit Heizdampf versorgt. Dies war der Beginn der Stromerzeugung nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, wie sie auch heute noch am Standort praktiziert wird. In den Jahren 1974/75 wurden auf Basis des umweltfreundlichen Brennstoffs Erdgas neue Kesselanlagen auf dem Kraftwerksgelände gebaut. Die alten Anlagen gingen danach schrittweise außer Betrieb und wurden in den Jahren 2010/2011 abgerissen. 

Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung

Seit 2014 ist am Standort eine neue Vorschaltgasturbine (VGT) in Betrieb. Sie unterstützt den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und damit ein wichtiges Ziel der Energiewende. Die Anlage ist ein Gemeinschaftsprojekt von RWE Generation und der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH. Beide Unternehmen haben hierfür jeweils sieben Millionen Euro investiert. Die Potenziale zur Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung werden mit der VGT deutlich gesteigert. Jetzt können bis zu 45.000 Haushalte mit Strom versorgt werden; bislang waren es 10.000. Außerdem erzielt die neue Turbine im Vergleich zu älteren Anlagen ohne KWK eine CO2-Einsparung von bis zu 36.000 Tonnen pro Jahr. 

Sicherung der Fernwärmeversorgung 

Heute sichert der Standort nach stetigen Erneuerungen mit vier gasgefeuerten Kesseln und einer Gesamtwärmeleistung von 170 Megawatt die Fernwärmeversorgung von Dortmund und speist rund 300 Tausend Megawattstunden pro Jahr in das Fernwärmenetz ein, darüber hinaus werden bis zu 130 Megawattstunden Strom erzeugt. 2003/2004 wurde die Anlage um eine Turbine ergänzt und die komplette Leittechnik erneuert. 2014 ging die neue Vorschaltgasturbine in Betrieb, wodurch die Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Kraftwerks weiter erhöht wurden. Von der zentralen Leitwarte am Standort Dortmund werden die Heizkraftwerke Dortmund und Bochum bedient und überwacht.

Anlage geht im Herbst 2022 vom Netz

Zum 30. September 2022 wird das Heizkraftwerk Dortmund (HKW Dortmund) der RWE Generation seinen Betrieb einstellen. Hintergrund für die Entscheidung sind die sich verändernden technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Das Dortmunder Fernwärmenetz, das bisher mit Dampf betrieben wurde, wird auf Heißwasser als Energieträger umgebaut. Andere Marktteilnehmer werden absehbar mehr und mehr Wärme einspeisen. Vor diesem Hintergrund ist die Wärmeerzeugung im Heizkraftwerk nicht mehr wirtschaftlich, da das HKW Dortmund ausschließlich den örtlichen Versorger DEW21 beliefert. Diese Wärmeversorgung wird bis zum Ende des laufenden Vertrages im September 2022 fortgesetzt. Danach übernimmt DEW21 das Grundstück des heutigen Heizkraftwerks.

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