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Steinkohlekraftwerk

Kraftwerk Ibbenbüren

Daten, Zahlen, Fakten

Lage des Kraftwerks Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen
Kraftwerkstyp Steinkohlekraftwerk
Inbetriebnahme 19. Juni 1985
Ende der Stromvermarktung 01. Januar 2021
Leistung (brutto) 838 MW
Leistung (netto) 794 MW

Weltweit größter Schmelzkammerkessel seiner Art

Der 838-Megawatt-Steinkohleblock erzeugte am 19. Juni 1985 erstmals Strom. Im Dezember 2020 erhielt RWE im Zuge der ersten bundesweiten Stilllegungsauktion für Steinkohlekraftwerke den Zuschlag. Nach über 35 Jahren Betriebszeit darf somit ab dem 01. Januar 2021 kein Strom mehr aus diesem Steinkohlekraftwerk vermarktet werden. Vor dem endgültigen Abschalten prüft der zuständige Übertragungsnetzbetreiber, ob die Anlage Systemrelevanz hat und in die Netzreserve überführt werden muss. Die Stilllegung erfolgt ansonsten zum 01. Juli 2021.

Die Funktionsweise

Das Kraftwerk Ibbenbüren ist seinerzeit für die Verstromung der niederflüchtigen Anthrazitkohle aus der benachbarten Zeche ausgelegt worden. Dafür war eine Schmelzkammerfeuerung erforderlich. Der Ibbenbürener Schmelzkammerkessel ist weltweit der größte dieser Bauart. Die Zeche schloss Ende 2018. Das Kraftwerk hat fortan auf Halde liegende Restbestände der Anthrazitkohle und Steinkohle vom Weltmarkt genutzt. Daneben werden Heizöl als Zündbrennstoff und Wirbelschichtbraunkohle als Stützbrennstoff eingesetzt.

Aus Staub wird Baustoff

Die umfangreichen Anlagen zur Rauchgasreinigung bestehen aus Elektrofiltern zur Entstaubung, Entschwefelungsanlage und der Stickoxidreduzierung. In den Elektrofiltern werden die staubförmigen Aschepartikel aus den Rauchgasen abgeschieden und als Flugstaub in die Schmelzkammer zurückgeführt und eingeschmolzen. Das entstehende Granulat wird als Baustoff verwertet. 

Gips für die Baustoffindustrie

Das bei der Verbrennung der Kohle entstehende Schwefeldioxid wird in der Entschwefelungsanlage durch Kalkmilch aus den Rauchgasen entfernt und als Gips in der Baustoffindustrie verwertet. Die Stickoxidreduzierung arbeitet nach dem Verfahren der selektiven katalytischen Reduzierung. Die im Rauchgas enthaltenen Stickstoffoxide werden durch Ammoniak (NH3) an einem Katalysator zu gasförmigem Stickstoff und Wasserdampf umgesetzt. Alle Rauchgasreinigungsanlagen sind so ausgelegt und betrieben, dass die gesetzlich geforderten Grenzwerte sicher eingehalten bzw. unterschritten werden. 

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