Kraftwerk Westfalen

Steinkohlekraftwerk

Daten, Zahlen, Fakten

Lage des Kraftwerks Hamm, Nordrhein-Westfalen
Kraftwerkstyp Kohlekraftwerk (Block E)
Inbetriebnahme 2014
Brennstoff Steinkohle
Leistung (netto) 765 MW
Rauchgasreinigung Elektrofilter, Rauchgasentschwefelungs- und Entstickungsanlage

Das Kraftwerk Westfalen im Wandel der Zeit

1963 nahm das Kraftwerk Westfalen im Stadtbezirk Hamm-Uentrop mit den Blöcken A und B die Stromerzeugung auf. Um dem ständig steigenden Strombedarf, vor allem in der Industrie, gerecht zu werden, ging 1969 Block C mit einer Leistung von 305 Megawatt ans Netz. Nach über 40 Jahren Laufzeit mit fast hundert Milliarden erzeugten Kilowattstunden gingen die Blöcke A und B im Februar 2011 schließlich vom Netz – eine Menge, die ausreicht, um alle Privathaushalte in Nordrhein-Westfalen mehr als drei Jahre lang mit elektrischer Energie zu versorgen.

Heute und nach umfangreichen Bauarbeiten und Stilllegungen der Blöcke C und D läuft nun allein Block E mit einer Leistung von 800 Megawatt brutto. Das kohlebefeuerte Kraftwerk reduziert mit einem Nettowirkungsgrad von 46 Prozent die CO2-Emissionen gegenüber Altanlagen um 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Als wichtigen und wirksamen Beitrag zur Klimavorsorge verfügt das Kraftwerk nicht nur über eine der modernsten Verfahren zur Rauchgasentschwefelung und Entstickung, sondern wird auch als Partner der Erneuerbaren Energien im Mittellastbereich eingesetzt.

Seit dem Jahreswechsel 2017/18 werden der Standort Westfalen und der ca. 20 km entfernte Standort Gersteinwerk von einer gemeinsamen Kraftwerksleitung geführt. Dadurch können Synergien besser genutzt und Betriebsabläufe optimiert werden, um zum Beispiel das Fahren der Erdgaskombiblöcke im Gersteinwerk vom Leitstand Westfalen aus zu ermöglichen.

Grenzwerte deutlich unterschritten

Durch hochwirksame Filter- und Reinigungsanlagen werden die gesetzlich zulässigen Grenzwerte für die Luftschadstoffe Schwefeldioxid, Stickoxid und Staub sicher eingehalten oder sogar deutlich unterschritten. Um spätere Fernwärme- oder Prozessdampfnutzungen zu ermöglichen, ist in dem neuen Block eine Dampfauskopplung vorgesehen. 

RWE setzt sich damit aktiv für die Erschließung wirtschaftlicher und ökologisch sinnvoller Energiepotenziale in der Nähe des Kraftwerksstandorts ein. RWE investierte dafür rund zwei Milliarden Euro.

Mit Steinkohle und Petrolkoks betrieben

Die neue Anlage wird mit Importsteinkohle und je nach Verfügbarkeit mit Petrolkoks betrieben. Petrolkoks ist ein kohlenstoffreicher Rückstand aus der Mineralölindustrie, dessen hoher Heizwert seit Jahrzehnten in Kraftwerken genutzt wird. Die Anlage wird aktuell in der Mittellast betrieben und kann sehr flexibel auf Stromschwankungen im Stromnetz reagieren.

Hohe Wirkungsgrade

Aufgrund der hohen Dampfparameter und der thermodynamischen Optimierung des Wasser-Dampf-Prozesses kann ein elektrischer Nettowirkungsgrad von etwa 46% erreicht werden. Mit diesem hohen Wirkungsgrad weist der neue Block gegenüber dem bisherigen Durchschnitt deutscher steinkohlegefeuerter Kraftwerke eine um circa 20% geringere spezifische CO2-Emission auf. Zudem werden durch optimierte Prozesse die Wasserentnahmemengen aus der Lippe und die Einleitmengen in die Lippe ebenfalls optimiert. Hierzu trägt auch die konsequente Mehrfachnutzung von Wasserströmen bei.

Neue Anlage wird integriert

Die neue Anlage ist so konzipiert, dass sie vollständig in den bestehenden Kraftwerksstandort integriert wurde und kein zusätzlicher Flächenverbrauch außerhalb des Kraftwerks erforderlich ist. Neben der Errichtung der Blockanlage werden am Standort vorhandene Anlagen und Systeme weiterverwendet und den Erfordernissen des neuen Steinkohleblocks angepasst.

Optimale Verkehrsanbindung

Der Standort ist optimal an das Verkehrsnetz angebunden: Die Brennstoffe kommen primär über den Datteln-Hamm-Kanal ans Kraftwerk. Von dort wird die Kohle per Band zu den Kohlebunkern des Dampferzeuger gefördert. Eine alternative Versorgungsmöglichkeit kann per Bahn sichergestellt werden.

Denn neben dem eigenen Hafen am Ende des Datteln-Hamm-Kanals hat das Kraftwerk Anschluss an das Schienennetz der Ruhr-Lippe-Eisenbahngesellschaft, das über den Hammer Bahnhof ans Netz der Deutschen Bahn anschließt. Neben der Binnenkanalanbindung und dem Bahnanschluss ist eine optimale Verkehrsanbindung an die Bundesautobahn A2 gegeben.

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