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GET H2 – Ein RWE-Partnerprojekt am Standort Lingen

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Wasserstoff ist ein wichtiger Zukunftsbaustein für eine erfolgreiche Energiewende. Strom aus regenerativen Energien wird bei der Aufspaltung von Wasser zu „grünem“ Wasserstoff, einem Energieträger, der wesentlich dazu beitragen kann, die CO2-Emissionen auch weit über den Stromsektor hinaus deutlich zu senken. Für den Verkehrssektor und energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie und die chemische Industrie kann Wasserstoff ein entscheidender Schritt in Richtung Klimaverträglichkeit sein. Darüber hinaus erschließt Wasserstoff die Möglichkeit, auch große Mengen erneuerbarer Energien zu transportieren und zu speichern, z.B. in vorhandenen Kavernenspeichern.

Erste Schritte hin zu einer funktionierenden Wasserstoffinfrastruktur gibt es bereits. Die Initiative „GET H2“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von RWE Generation, Siemens, ENERTRAG, Stadtwerke Lingen, Hydrogenious Technologies, Nowega sowie des Forschungszentrums Jülich und des IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität. Als erstes Teilprojekt planen die Partner den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Emsland, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Sektoren Energie, Industrie, Verkehr und Wärme verbindet. Kernelemente sind die Errichtung einer Power-to-Gas-Anlage mit einer Leistung von 105 MW, die erneuerbaren Strom in „grünen Wasserstoff“ umwandelt, Transport und Speicherung des reinen Wasserstoffs in bestehenden Infrastrukturen sowie die Nutzung des Wasserstoffs in verschiedenen Sektoren. Ausdrückliche Zielsetzung des Projekts ist es, durch großflächigen Einsatz diese Technik zur Serienreife zu bringen. Anknüpfend an das vorhandene Leitungsnetz sehen die Verantwortlichen das Potenzial, den Startschuss für eine Wasserstoffinfrastruktur für Niedersachsen und NRW zu geben. Diese wiederum kann für eine deutschland- und europaweite Wasserstoffinfrastruktur entscheidende Impulse setzen. Voraussetzung für die Realisierung des Projektes ist dessen Wirtschaftlichkeit; hierfür sind unter anderem geänderte regulatorische Rahmenbedingungen notwendig, um den Einsatz von „grünem“ Wasserstoff voranzubringen.

Seit März 2020 zeichnen sich für diese Realisierung konkrete Entscheidungen ab: Deutschlands erstes öffentlich zugängliches Wasserstoffnetz soll ab Ende 2022 Industrieunternehmen in Niedersachsen und NRW zunehmend mit grünem Wasserstoff (H2) versorgen. BP, Evonik, Nowega, OGE und RWE Generation haben eine Absichtserklärung über die Entwicklung des Projektes GET H2 Nukleus unterzeichnet. Alle Unternehmen sind Mitglieder der Initiative GET H2. Das geplante Netz verbindet mit einer Länge von rund 130 Kilometern die Erzeugung von grünem H2 mit industriellen Abnehmern in Niedersachsen und NRW. Ziel der Industrieunternehmen ist die Betriebsbereitschaft des regulierten Netzes und eines Elektrolyseurs bis Ende 2022, um so schnell einen wesentlichen Beitrag für eine CO2-ärmere Zukunft zu leisten.

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Das Emsland als Nukleus einer deutschlandweiten Wasserstoff-Infrastruktur

Das Prinzip der Umwandlung von Ökostrom zu Wasserstoff

  • Strom aus erneuerbaren Energien wird in H2 umgewandelt.
  • Das grüne H2 wird über die vorhandene Gasinfrastruktur verteilt.
  • In den Sektoren Industrie, Verkehr und Wärme wird das grüne H2 als CO2-freier Energieträger eingesetzt. In der Industrie ersetzt es fossil erzeugtes H2.
  • Nicht direkt genutztes H2 wird in bestehenden Untergrundspeichern effizient gelagert.

Potenzielle Einsatzbereiche und Elemente der Wasserstoffinfrastruktur

  • Zwei Power-to-Gas Anlagen (Elektrolysen)
  • bestehende Strom- und Gasinfrastruktur inkl. eines ersten Pipeline-Speichers
  • eine Hochtemperaturwärmepumpe zur Nutzung der Elektrolyseabwärme als Fernwärme
  • die bestehende Flüssigkraftstoffinfrastruktur über ein LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier) Speicher- und Transportsystem
  • Wasserstofftankstellen der Stadtwerke Lingen