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Kein Tagebau ohne Entwässerung

Braunkohle

Braunkohle wird im Tagebau gewonnen, da die lockeren Sand- und Kiesschichten des Reviers keine sichere Untertageförderung zulassen, wie man sie von den Zechen des Ruhrgebiets kennt. Bevor ein Tagebau begonnen werden kann, muss das Grundwasser großflächig abgesenkt werden. Auch während des Betriebs wird der Untergrund entwässert, um das Eindringen des Grundwassers in die Tagebaue zu verhindern.

Das ist die Aufgabe der Wasserwirtschaft von RWE Power, in der Region bislang vor allem unter der Abkürzung „BOWA“ bekannt. Dieser  Servicebetrieb entstand 1958 durch die Zusammenfassung sämtlicher wasserwirtschaftlicher Aktivitäten der damaligen Braunkohlenunternehmen.

Damals stand die bergbauliche Wasserwirtschaft vor großen Herausforderungen. Aus Kohlegruben wurden Tagebaue. Es galt, für den stark wachsenden Energiebedarf die tiefer liegenden Teile der Lagerstätte zu erschließen. Dafür mussten ganz  neue Techniken in ganz neuen Größenordnungen entwickelt und eingeführt werden: zum Beispiel Schaufelradbagger und eine Schwerlast-Werksbahn. Und so wie sich das Verhältnis von Abraum zu Kohle verschlechterte, änderte sich auch das Verhältnis von Abraum zu Wasser:Immer mehr Wasser musste zur Gewinnung einer Tonne Braunkohle gehoben werden. Immer mehr Wasser wurde aber auch für die  Versorgung der wachsenden Zahl der Kraftwerksblöcke gebraucht. Aus der bergmännischen Grubenentwässerung wurde die Sümpfung. Aus traditionellen Mitteln wurden fortschrittliche Techniken. Aus dem Umgang mit dem damals bergmännisch so genannten „Störstoff“ Wasser wurde ein komplexes Management, das das kostbare Gut Wasser nicht nur abpumpt, sondern für unterschiedlichste Zwecke an unterschiedlichsten Orten bereitstellt.