Kraftwerk Niederaußem

Braunkohlenkraftwerk

Daten, Zahlen, Fakten

Lage des Kraftwerks Bergheim, Nordrhein-Westfalen
Kraftwerkstyp Braunkohlengroßkraftwerk mit 7 Blöcken
Inbetriebnahme 1963-2003
Leistung (brutto) 3.641 MW
Anzahl der Blöcke 4 Blöcke C-F (300 MW)
2 Blöcke G+H (600 MW)
1 Block K (1.000 MW)

Ein Standort mit Tradition und Zukunft

Seit 1963 ist der Ortsname Niederaußem eng mit der Produktion von Strom verbunden. Bis heute liefert der Kraftwerksstandort zuverlässig Energie für Millionen Menschen - und er setzt Maßstäbe in der Entwicklung innovativer Technologien für eine klimafreundliche Stromerzeugung.

Technikgeschichte ist sichtbar

1963 nahm das damalige Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE), Vorläufer der heutigen RWE Power AG, die ersten beiden Blöcke in Betrieb. Mit einer Erzeugungskapazität von 150 Megawatt entsprachen sie damals dem neuesten Stand der Technik; 1955 waren in Frimmersdorf und Weisweiler Einheiten gleicher Dimension ans Netz gegangen. Mit dem steigenden Strombedarf wurden neue Blöcke mit der Zeit immer größer ausgelegt: 1965 nahm RWE den ersten 300-MW-Block in Betrieb, 1974 den ersten 600er am Standort Niederaußem. 2003 erreichte der Kraftwerksbau mit Block K und einer Bruttoleistung von 1.000 MW einen neuen Rekord. Weil mit den neuen Block-Baugrößen auch die jeweiligen Kesselhäuser immer höher wurden, lässt sich die Technikgeschichte heute an der Architektur des Kraftwerks Niederaußem von links nach rechts ablesen. 

Emissionen einsparen - Wirkungsgrad erhöhen

Jüngster Baustein des Standorts ist der Block K, auch "Konrad" oder "BoA 1" genannt. Die Abkürzung "BoA" steht für Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik. Viele Verbesserungen an unterschiedlichen Stellen des Produktionsprozesses sorgen für eine besonders effiziente und umweltfreundliche Stromerzeugung. Der Block verbrennt stündlich rund 850 Tonnen Kohle und zeugt damit über 2.500 Tonnen Dampf. Die Turbine des Kraftwerksblocks erbringt eine Leistung von gut 1.000 Megawatt (MW). Damit kann der Strombedarf einer Großstadt wie Köln mit einer Million Einwohner in 265.000 Haushalten plus Industrie gedeckt werden. Der elektrische Wirkungsgrad der Anlage liegt bei mehr als 43 Prozent - das ist Weltrekord für Braunkohlenkraftwerke. Das senkt den Kohleeinsatz pro erzeugter Kilowattstunde und senkt den Ausstoß von CO2 und anderer Emissionen.

Blöcke E und F in Sicherheitsbereitschaft

Die beiden 300-Megawatt-Blöcke E und F wurden am 1. Oktober 2018 in eine vierjährige Sicherheitsbereitschaft überführt. Anschließend werden sie endgültig stillgelegt. Bis dahin sind Konservierung und Einsatzfähigkeit so austariert, dass sie bei Notlagen im deutschen Stromnetz binnen zehn Tagen wieder Strom erzeugen können. Die beiden Einheiten produzierten insgesamt 200 Milliarden Kilowattstunden Strom – genug, um die Einwohner der Millionenstadt Köln über 100 Jahre lang zu versorgen. Die Sicherheitsbereitschaft ist Teil des Fahrplans, mit dem RWE Power ihren CO2-Ausstoß konsequent vermindert.

Innovationszentrum Kohle

BoA 1 ist Ankerpunkt des "Innovationszentrums Kohle" von RWE Power. Dort betreibt das Unternehmen eine Reihe von Forschungsanlagen. Beispiele sind die Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche und eine Anlage zur Vortrocknung von Braunkohle. Auf einem Syntheseteststand produzieren die RWE-Forscher im Labormaßstab aus Braunkohle Grundstoffe für die chemische und die petrochemische Industrie.

BoAplus

RWE Power plant am Standort Niederaußem den Bau eines neuen Kraftwerkblocks mit dem Projektnamen BoAplus. Das Genehmigungsverfahren läuft. Sein erfolgreicher Abschluss und seine bei den heutigen Strompreisen noch nicht gegebene Wirtschaftlichkeit sind die Voraussetzungen für den Bau von BoAplus.
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