Tagebau Inden

Braunkohle

Daten, Zahlen, Fakten

Tagebau Inden (Stand Ende 2017)

Größe genehmigtes Abbaufeld 4.500 ha
Betriebsfläche rd. 1.700 ha
Kohleinhalt 260 Mio. t
Verhältnis Abraum zu Kohle (Gesamtlagerstätte) 3,9:1
Abraumleistung (Jahr) 70 - 90 Mio m3
Kohleförderung (Jahr) rd. 20 Mio. t

 

Schaufelradbagger

Anzahl der Geräte 5x Kapazität 60 - 100.000 m3/Tag

 

Absetzer

Anzahl der Geräte 4x Kapazität 110.000 m3/Tag

 

Bandanlagen

Gesamtlänge 49 km

 

Rekultivierung

Land Inanspruchnahme bis Ende 2015 3.870 ha
Wiedernutzbarmachung 2.160 ha
davon landwirtschaftlich 1.795 ha
davon forstwirtschaftlich 265 ha
davon sonstige Flächen 100 ha

 

 

20 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr

Der Tagebau Inden erstreckt sich zwischen der Gemeinde Aldenhoven und der A44 (Düsseldorf-Aachen) im Norden und der A4 (Köln-Aachen) im Süden. Er berührt damit den Kreis Düren und die Städteregion Aachen.

Mit seiner Jahresförderung von rund 20 Millionen Tonnen Braunkohle sichert der Tagebau Inden die Versorgung des benachbarten Kraftwerks Weisweiler. Seine Kohleflöze sind bis zu 45 Meter stark und liegen bis zu 230 Meter tief unter der Erdoberfläche. Um das Jahr 2030 wird der Tagebau ausgekohlt sein, wie es in der Sprache der Bergleute heißt. Dies bedeutet auch das Betriebsende für das angeschlossene Braunkohlenkraftwerk.  

Neues Flussbett entstanden

Im Jahr 2005 erreichte der Tagebau nördlich von Lamersdorf den früheren Verlauf der Inde, des Flusses, der dem Ort Inden und damit auch dem Tagebau seinen Namen gegeben hat. Bereits 1996 war im Rekultivierungsgebiet des Tagebaus mit der Herstellung des neuen Flussbettes begonnen worden. Nördlich von Lamersdorf verlässt die neue Inde ihr altes Flussbett und verläuft auf etwa zwölf Kilometern frei durch eine neue, bis zu 300 Meter breite Aue. Südlich von Kirchberg erreicht sie wieder ihr altes Flussbett. Dieser neue Indeabschnitt ersetzt damit rund fünf Kilometer des alten, begradigten Flusslaufes. Die gesamte Flussaue wurde mit 400 000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt und durch Wildwiesen, wechselfeuchte und dauerfeuchte Bereiche und stellenweise flache Uferzonen zusätzlich ökologisch aufgewertet.

Naherholungsgebiet durch Rekultivierung

Weiter westlich, bei Eschweiler-Dürwiß, hat RWE Power in der Rekultivierung des ehemaligen Tagebaus Zukunft-West die Voraussetzungen für den rund 100 Hektar großen Blausteinsee geschaffen. Er gehört zu einem insgesamt 180 Hektar großen Naherholungsgebiet, das durch einen Geländeeinschnitt – das so genannte Schlangengrabental – gegliedert ist. Die Befüllung des Sees und seine Nutzung stehen unter der Regie eines Zweckverbandes der anliegenden Städte und Gemeinden, der Blausteinsee GmbH. Schon heute ist der Blausteinsee ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler.

Indener See

Nach der Auskohlung, also nach 2030, wird das Abbaufeld Inden nicht komplett mit Abraum verfüllt und rekultiviert. Stattdessen ist im östlichen Bereich zwischen Lamersdorf, Kirchberg, Schophoven, Merken und Lucherberg ein etwa 1.100 Hektar großer See geplant. Er soll von Wald, Wiesen und Ackerflächen eingefasst und 30 bis 35 Jahre lang im Wesentlichen mit Wasser aus der Rur befüllt werden. Die Tagebauführung bereitet die Anlegung des Sees bereits vor - zum Beispiel durch die Gestaltung der künftigen Seeufer und Böschungen. Schon kurz nach dem Beginn der Befüllung werden vielfältige Nutzungen möglich sein. Voraussichtlich um 2060 steht der See uneingeschränkt zur Verfügung. 

"indeland"

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „indeland“ stellt die Region, die noch viele Jahre vom Tagebau geprägt sein wird, früh die Weichen für die Zeit nach der Braunkohle. Bis ins Jahr 2030 wird ein Großteil ihrer Fläche vollkommen neu gestaltet; mit dem geplanten See, den der Tagebau Inden nach 2030 hinterlassen wird, und der wegen seiner Größe manchmal humorvoll als „Indescher Ozean“ bezeichnet wird. Symbol der regionalen Initiative ist der so genannte Indemann, ein weithin sichtbarer Aussichtsturm aus Stahl und Glas, bei Inden-Lucherberg. RWE Power arbeitet mit den Partnern in der Region eng zusammen. Ziel ist es dabei, die Wirtschaftskraft der Region insbesondere durch den Erhalt und die Entwicklung von Arbeitsplätzen zu stärken und Innovationspotenziale zu erschließen.

Weniger anzeigen
Mehr anzeigen

Weiterempfehlen


Das könnte Sie auch interessieren

Tagebau Hambach

Viel Energie für Nordrhein-Westfalen

Weiterlesen

Tagebau Garzweiler

Der Tagebau Garzweiler liegt westlich der Stadt Grevenbroich und entwickelt sich weiter in Richtung Erkelenz.

Weiterlesen

Wasserwirtschaft

Kein Tagebau ohne Entwässerung: Die Experten der „BOWA“ greifen hierfür auf modernste Systeme zurück.

Weiterlesen